Angst vorm Fliegen

Erica Jongs Roman Angst vorm Fliegen, erstmals 1973 veröffentlicht, gilt als ein Meilenstein der feministischen Literatur und hat auch nach fünf Jahrzehnten nichts von seiner Relevanz verloren. Die Geschichte folgt Isadora Wing, einer jüdischen Lyrikerin und Journalistin aus New York, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben steht. Nach fünf Jahren Ehe fühlt sie sich in ihrer Beziehung gefangen und wird von verschiedenen Begierden und Ängsten geplagt. Trotz ihrer Flugangst begibt sie sich mit ihrem Ehemann zu einer Psychoanalytiker-Konferenz nach Wien, wo sie eine leidenschaftliche Affäre mit Adrian, einem Kollegen ihres Mannes, beginnt.

Jong nutzt Isadoras Reise durch Europa nicht nur als Kulisse für sexuelle Abenteuer, sondern auch als Metapher für die Suche nach Identität und Selbstbestimmung. Die Protagonistin ist eine komplexe Figur, die zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und ihren eigenen Wünschen hin- und hergerissen ist. Ihre Erfahrungen spiegeln die Herausforderungen wider, denen Frauen in den 1970er Jahren gegenüberstanden, insbesondere im Hinblick auf Sexualität und Autonomie. Jongs Erzählstil ist geprägt von Witz und einer direkten Sprache, die oft als provokant empfunden wurde.

Das Buch thematisiert nicht nur sexuelle Freiheit, sondern auch die inneren Konflikte der Frauenfiguren, die sich mit Selbstzweifeln und gesellschaftlichen Normen auseinandersetzen müssen. Isadoras Gedanken über Monogamie und Bigamie sind ebenso scharfsinnig wie humorvoll und laden zur Reflexion über traditionelle Beziehungsmodelle ein.

Die Neuübersetzung des Romans hat das Werk erneut ins Rampenlicht gerückt und zeigt, dass die Themen der weiblichen Lust und der Suche nach persönlicher Freiheit zeitlos sind. Kritiker loben das Buch für seine kluge, mutige Herangehensweise an komplexe Themen und betonen seine Bedeutung in der Geschichte des feministischen Schreibens über Sexualität.

Insgesamt bleibt Angst vorm Fliegen ein kraftvolles Plädoyer für Selbstverwirklichung und die Erkundung der eigenen Wünsche – ein Buch, das Generationen von Leserinnen inspiriert hat und weiterhin relevant bleibt.


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert