Elmore Leonards Roman LaBrava, veröffentlicht im Jahr 1983, ist ein fesselnder Kriminalthriller, der in der schillernden und oft rauen Kulisse von Miami Beach spielt. Die Geschichte folgt Joe LaBrava, einem ehemaligen Secret-Service-Agenten, der sich als Fotograf in South Beach niedergelassen hat. LaBrava, ein Mann mit einer Schwäche für das Ungewöhnliche und die Verlierertypen des Lebens, wird in die Welt der ehemaligen Filmdiva Jean Shaw hineingezogen, die er seit seiner Kindheit bewundert.
Die Handlung entfaltet sich, als LaBrava von seinem Freund Maurice Zola gebeten wird, Jean zu helfen, die von dem brutalen Richard Nobles und seinem Partner Cundo Rey belästigt wird. Jean ist nicht mehr die glamouröse Schauspielerin ihrer Jugend; stattdessen kämpft sie gegen die Schatten ihrer Vergangenheit und die Herausforderungen des Lebens. Diese Dynamik zwischen LaBrava und Jean ist zentral für den Roman und spiegelt Leonards Fähigkeit wider, komplexe menschliche Beziehungen darzustellen.
Leonard gelingt es meisterhaft, das Setting von Miami Beach zu beschreiben. Die Stadt wird nicht nur als Hintergrund, sondern als lebendiger Charakter dargestellt, der die Atmosphäre und den Ton des Romans prägt. Die Beschreibung der heruntergekommenen Art-Déco-Gebäude und der vielfältigen Bewohner verleiht dem Buch eine nostalgische Note. Diese Kulisse ist besonders relevant in einer Zeit, als Miami noch nicht das touristische Mekka war, das es heute ist.
Die Charaktere in LaBrava sind ebenso farbenfroh wie die Umgebung. Neben LaBrava und Jean gibt es eine Reihe skurriler Nebenfiguren, darunter den exzentrischen Zola und den unkonventionellen Paco Boza, der sich in einem gestohlenen Rollstuhl fortbewegt. Diese Charaktere verleihen der Erzählung Tiefe und Humor und zeigen Leonards Talent für lebendige Dialoge und realistische Charakterisierungen.
Obwohl LaBrava mit einem Kriminalplot beginnt, liegt der Schwerpunkt weniger auf dem Verbrechen selbst als auf den zwischenmenschlichen Beziehungen und dem inneren Konflikt von LaBrava. Der Roman thematisiert die Suche nach Identität und den Einfluss der Vergangenheit auf das gegenwärtige Leben. Joe LaBrava muss lernen, seine eigenen Ideale mit der rauen Realität seiner Umgebung in Einklang zu bringen.
Insgesamt ist LaBrava ein gelungenes Beispiel für Leonards Stil: eine Mischung aus Spannung, Humor und psychologischer Tiefe. Es ist eine Hommage an das Film noir-Genre und zugleich eine kritische Betrachtung der amerikanischen Gesellschaft der 1980er Jahre. Der Roman wurde 1984 mit dem Edgar Award für den besten Kriminalroman ausgezeichnet und bleibt eines von Leonards bemerkenswertesten Werken.
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