Harry Mathews‘ Roman „Zigaretten“ ist ein faszinierendes Werk, das in den lebhaften Kulissen von New York City und den eleganten Landhäusern der wohlhabenden Familien im Norden des Staates New York spielt. Die Geschichte entfaltet sich um eine Gruppe von dreizehn Männern, deren komplexe Beziehungen und Interaktionen im Mittelpunkt stehen. Diese Männer sind nicht nur Freunde, sondern auch Rivalen, die in verschiedenen Bereichen wie Kunst, Sport und Beruf miteinander verbunden sind.
Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel eine intime Beziehung zwischen zwei der Protagonisten beleuchtet. Diese Erzählweise ermöglicht es Mathews, tief in die Psyche seiner Charaktere einzutauchen und die Themen Leidenschaft, Eifersucht und Rivalität eindrucksvoll darzustellen. Die Dialoge sind scharfzüngig und oft von einem feinen Humor durchzogen, der die ernsten Themen auflockert und gleichzeitig die menschliche Natur in ihrer ganzen Komplexität reflektiert.
Ein zentrales Motiv des Romans ist die Symbolik der Zigaretten, die sowohl als Genussmittel als auch als Ausdruck von Stress und innerer Unruhe dienen. Die Zigaretten werden zum Medium, durch das die Charaktere ihre Emotionen und Konflikte ausdrücken. Sie stehen für Momente der Entspannung, aber auch für die Vergänglichkeit des Lebens und die flüchtigen Beziehungen zwischen den Menschen.
Mathews gelingt es meisterhaft, die Atmosphäre der 1970er Jahre einzufangen, eine Zeit des Wandels und der gesellschaftlichen Umbrüche. Die Charaktere sind oft gefangen in ihren eigenen Erwartungen und den gesellschaftlichen Normen, was zu einer tiefen Auseinandersetzung mit Identität und Selbstverständnis führt. Das Spiel mit der Sprache ist ein weiteres bemerkenswertes Merkmal des Romans; Mathews nutzt Wortspiele und literarische Anspielungen, um die Intelligenz seiner Figuren zu unterstreichen.
Insgesamt ist „Zigaretten“ ein vielschichtiger Roman, der sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt. Mathews schafft es, eine dichte Erzählung zu konstruieren, die die Leser dazu einlädt, über ihre eigenen Beziehungen und den Einfluss von sozialen Normen nachzudenken. Die Kombination aus scharfsinniger Beobachtungsgabe und einem feinen Gespür für menschliche Emotionen macht dieses Werk zu einem bedeutenden Beitrag zur zeitgenössischen Literatur.
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